Linzer Bergsteiger am Mont Blanc

Erfolgreiche Hochtourenwoche in den Westalpen

Datum: 28.07 – 05.08.2014

 

Organisation: Gerhard Friedl

 

Teilnehmer: Reinhart Stefan; Benedikt Nimmervoll; Peter Moser; Michael Schobersberger, Gerhard Friedl

 

Wetter: Durchwachsen, mal Sonnenschein mal Regen. Auf den Gipfeln starker Wind und sehr kalt.

 

5 Mitglieder der Bergsteigergruppe der Linzer Naturfreunde unternahmen Ende Juli - Anfang August eine Hochtourenwoche in den Westalpen. Ziele waren der 4061 m hohe Gran- Paradiso, höchster Berg Italiens in den Grajischen Alpen sowie der Mont-Blanc, der höchste Alpengipfel mit 4810 m, auch Monarch der Alpen genannt.

  

Als Vorbereitung war die Überschreitung des Gamskögelgrates (2380m) in den Triebener Tauern vorgesehen, welche auch ohne Probleme bei bestem Wetter durchgeführt wurde.

 

Das erste Ziel war der Gran-Paradiso. Die Anfahrt ging über den Brenner nach Mailand und Richtung Turin ins Aostatal, ca. 900 km. In Valsavarenche, einem kleinen Ort am Fuße des Gran-Paradiso übernachteten wir im Hotel Parko-Nationale, wo wir auf Kathi und Peter aus Hagenberg stießen, die ebenfalls zum Bergsteigen vor Ort waren. Dies wurde für uns zum Glücksfall, denn auch sie wollten nach der Besteigung des Gran-Paradiso weiter zum Mont-Blanc. Nur hatten sie auf der Gouter-Hütte bereits gebucht, was mir nach mehrmaligen Versuchen nicht gelingen wollte. Sie hatten ein I-Pad mit dabei und zeigten uns, wie die Buchung auf der Gouter-Hütte funktioniert und siehe da, plötzlich ging’s auch zur großen Freude bei uns.

 

Am nächsten Tag war vorerst starker Regen angesagt, den wir abwarteten und am Nachmittag bei schon wesentlich besserem Wetter zum Ref.Vittorio-Emanuele (2732m) aufstiegen. Die nächsten 2 Tage versprachen gutes Bergwetter und somit konnte die Besteigung des Gran-Paradiso am folgenden Tag angegangen werden. Nach ca. 5 Std Aufstieg über den Normalweg standen wir glücklich bei der weißen Madonna, dem Gipfelzeichen des Gran-Paradiso auf 4061m. Unser erstes Ziel war erreicht, nur der Abstieg verlief leider in dichtem Nebel.

 

Den nächsten Tag (es herrschte herrliches Wetter mit traumhafter Fernsicht) nutzten die 4 Jungen für eine weitere Besteigung, die des 3610m hohen la-Tresenta. Ich machte einen Rasttag und verbrachte die Zeit, die Umgebung der Hütte zu erkunden in der Hoffnung, einige Steinböcke, welche sich hier aufhalten sollten, zu fotografieren, leider ohne Erfolg. Am Nachmittag stiegen wir ins Tal ab und verbrachten die Nacht in einer schönen umgebauten Almhütte .

 

Am nächsten Morgen, es war Freitags der 1. August, ging’s weiter zum nächsten großen Ziel, dem Mont-Blanc, nach Chamonix, dem Mekka des Bergsteigens in den Alpen. Vorerst mussten wir durch den Mont-Blanc-Tunnel, der sich mit € 43,50 zu Buche schlug, durchfahren. Wir sind dann gleich nach Les Houches, einer Ortschaft nahe von Chamonix gefahren und suchten uns dort eine Bleibe. Bei einer Nachfrage im örtlichem Tourismusbüro fanden wir ein überaus günstiges Hotel (€ 25,00 je Person inkl. Frühstück) wo wir die nächsten 2 Tage verbrachten. Als Gipfeltag wurde der Montag festgelegt, da dieser gutes Wetter versprach. Am nächsten Tag erkundeten wir Chamonix und waren beeindruckt von den riesigen Gletscherbrüchen, die fast bis in Ortsnähe herunterreichten. Auch die Seilbahn, die auf die Aiguille du Midi hinaufführt, schaut sensationell aus. Peter Moser und ich unternahmen noch eine Auffahrt mit der Zahnradbahn nach Montenverse zum Mer de Glace und konnten von dort die Aiguilles bewundern. Am Abend wurde der Rucksack gepackt und am nächsten Morgen fuhren wir mit der Seilbahn von Les Houches zur Bellevue auf und weiter mit der Tramway bis zur Bergstation le Nid d Aigle auf 2370m. Das Wetter sah nicht gut aus, es regnete und nieselte bei starkem Nebel. Mit dem Wissen, dass es morgen schön werden sollte begannen wir den Aufstieg Richtung Ref. Tete Rousse (3187m). Nach einer kurzen Stärkung auf der Hütte ging es weiter zum Grd Couloir dem gefährlichsten Teil des Aufstieges zum Ref. Gouter auf 3817m. Wir sind alles seilfrei gegangen, da ein Seil hier keine Sicherheit bot. Nach ca.6 Std Anstieg erreichten wir schon etwas müde bei leichtem Schneefall die gänzlich neu gebaute Hütte, auch Kathi und Peter waren da. Unsere Reservierung war auch in Ordnung und die Hütte ziemlich voll. Dass man hier mit etwas höheren Preisen rechnen musste, war auch klar (€ 72 auf HP). Nach dem Abendessen noch ein kurzer Blick aufs Wetter, es schien aufzuklaren. Dann um 20 Uhr ins Bett, denn es wurde eine kurze Nacht. Am nächsten Tag um 2 Uhr früh aus den Federn, es herrschte schon ein schöner Trubel und das Frühstück wollte noch nicht recht hinunter. Etwa an die 100 Bergsteiger aus aller Welt, großteils mit Führer, haben sich für die Besteigung des Gipfels fertig gemacht. Wir haben uns etwas Zeit gelassen und sind dann um ca.3 Uhr in Richtung Mont-Blanc im Schein der Stirnlampe losgezogen. Das Wetter schien gut zu werden, aber es wehte starker Wind, der die Kälte noch spürbarer werden ließ. Tief unter uns waren die Lichter von Chamonix erkennbar, vor uns eine Lichterkette der Bergsteiger, welche uns in der Dunkelheit den Weg wies. Nach etwa 2 Stunden Aufstieg überschritten wir den Dome de Gouter auf 4300m. Der Wind ist noch stärker geworden und somit auch die Kälte noch spürbarer. Im Osten wurde es heller und die Sonne ging zwischen den Bergspitzen auf. Vom Col du Dome war der Bossesgrat schon gut erkennbar, auch deuteten die Schneefahnen auf sehr starkem Wind hin. In der Vallot-Hütte, einer Biwakschachtel, machte ein Großteil der vor uns gestarteten Bergsteiger eine Pause und sie war schon ziemlich voll. Peter Moser und ich gingen gleich weiter. Am Grat, der sich immer mehr aufsteilte, waren nicht mehr viele Bergsteiger unterwegs. Um 7.30 Uhr erreichten Moser Peter und ich den Gipfel. Mir war elendig kalt und ich spürte meine Finger kaum noch, aber die Freude über den gelungenen Aufstieg überwog. Nach kurzem Aufenthalt am Gipfel, einem "Berg-frei", ein paar Fotos, (mein Fotoapparat gab angesichts der Kälte seinen Geist auf) ging es schon wieder hinunter. Kurz nach dem Gipfel kamen uns dann unsere 3 Freunde, welche in der Vallott-Hütte eine Pause einlegten, entgegen. Sie erreichten ebenfalls den Gipfel. Beim Abstieg machten wir in der Gouter-Hütte noch einmal kurz Rast, stärkten uns mit Tee und einer Suppe und setzten den Abstieg, es waren insgesamt mehr ais 2500 Hm, zur Bergstation der Tramway fort. Wir erwischten um 16.30 Uhr die vorletzte Bahn . Am Abend gingen wir gemeinsam mit Kathi und Peter zum Essen und feierten noch unseren Erfolg.

 

Wir gingen aber doch alle zeitig ins Bett, denn am nächsten Tag lag noch ein schönes Stück Autofahrt vor uns.

 

Abschließend kann man sagen, es war eine gelungene Bergfahrt, alle Ziele wurden erreicht und es sind alle wieder gesund nach Hause gekommen

 

Mit einem herzlichem "Berg frei!"

 

Gerhard Friedl

 

 

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