– Feedback einer Teilnehmerin
Es gibt Wanderungen, die mit jedem Schritt beeindruckender werden – und dann gibt es den Peaks of the Balkans Trail. 15 NaturfreundInnen erwanderten diesen Juni den Fernwanderweg durch Albanien, Kosovo und Montenegro und erlebten spektakuläre Berglandschaften mit herzlicher Gastfreundschaft und einer faszinierenden Kultur. Der Weg verläuft durch das Prokletije-Gebirge, auch als „Verfluchte Berge“ bekannt, und zählt zu den eindrucksvollsten Trekkingtouren Europas.
Der Peaks of the Balkans Trail ist weit mehr als eine sportliche Herausforderung. Er verbindet drei Länder, unterschiedliche Kulturen und jahrhundertealte Hirtenpfade zu einem außergewöhnlichen Naturerlebnis. Die Mischung aus unberührter Landschaft, abwechslungsreichen Etappen und authentischen Begegnungen machte diese Wanderung für uns zu einem unvergesslichen Abenteuer.
Schon der erste Wandertag machte uns deutlich, was uns erwartete: steile Anstiege, schmale Bergpfade und nach den Restschneefeldern an der Grenze von Albanien zu Montenegro ein grandioser Ausblick auf die schroffen Gipfel der „verfluchten Berge“.
Jeder Pass eröffnete ein neues Panorama, jede Etappe führte durch eine andere Landschaft. Mal wanderten wir über blühende Almwiesen, dann wieder durch dichte Wälder oder über felsige Höhenwege.
Besonders beeindruckend war die Vielfalt entlang der Route. Obwohl die drei Länder nur durch unscheinbare Grenzpfade getrennt sind, besitzt jede Region ihren eigenen Charakter. Kleine Bergdörfer und traditionelle Steinhäuser vermittelten das Gefühl, in eine andere Zeit einzutauchen. In den Guesthouses wurden wir freundlich begrüßt, auch mal mit Raki empfangen und mit regionalen Spezialitäten verwöhnt. Besonders bleibt uns die Herzlichkeit von „Mama Safete“ vom Guesthouse Gacaferi im Kosovo in Erinnerung.
Die täglichen Etappen verlangten doch einiges an Kondition. Mehrere Stunden Gehzeit sowie zahlreiche Höhenmeter forderten Ausdauer und bei den Restschneefeldern an den Nordhängen auch Trittsicherheit. Doch jede Anstrengung wurde mit spektakulären Ausblicken belohnt.
Auch die Übernachtungen in familiengeführten Gästehäusern machten den besonderen Reiz dieser Tour aus. Nach einem langen Wandertag erwarteten uns einfache, aber gemütliche und saubere Unterkünfte mit Dusche und WC für jedes Zimmer, reichhaltige Mahlzeiten und interessante Gespräche mit „Niti“, unserem regionalen Guide. Die Gastfreundschaft der Menschen war mindestens so beeindruckend wie die Natur selbst.
Nach 8 Tagen in der Natur war für die nächsten Tage Kultur und „relaxen“ angesagt. Wir kehrten nach Shkodra zurück und erhielten von „Niti“ viele Informationen zu Geschichte und Kultur des Landes und dieser Stadt mit gut erhaltener Burg. Am Weg nach Kruja kehrten wir zu einem hervorragenden Lunch bei „Mrizi i Zanave“ ein, dies war mal ein Geheimtip. Nach Besuch der wieder aufgebauten Burg des Nationalhelden „Skanderbeg“ besuchten wir am nächsten Tag die Hauptstadt Tirana und hörten einiges zur politischen Geschichte des Landes und der aktuellen Situation. Zum Abschluss erholten wir uns 2 Tage in Durres am Meer und ließen die vielen Eindrücke der letzten 10 Tage auf uns wirken.
Diese Reise bleibt nicht nur wegen der spektakulären Landschaften in Erinnerung, sondern vor allem wegen der Menschen, der Gastfreundschaft und des Gefühls, einen der letzten ursprünglichen Winkel Europas besucht zu haben.
Ich komme sicherlich wieder in diese wunderschöne Gegend, das nächste Mal voraussichtlich im Winter.
Richard Pigal
Reiseleitung (Übungsleiter Bergwandern und Skitouren)